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Mit dem Floß »MOMENT« auf der Elbe

Aktueller Standort der »MOMENT«

vor 29 Tagen aktualisiert

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Mit vielen Menschen auf engstem Raum gepackt, bewegt man sich oft so schnell wie möglich, an anonymen Orten vorbei, teilnahmslos, um sich dann am Ziel aus dem Gefährt zu schälen. Was passiert, ist mehr Ortswechsel als Reise, mehr Tortur als Erfahrung und die einzigen Erinnerungen, die wir behalten, sind die des meist touristisch überladenen Zielortes.

Das Reisen als solches intensiver zu erleben, als Alternative zum herkömmlichen, globalen Tourismus, ist deshalb unser Ziel und damit der Weg und nicht der Zielort.

Häufig gestellte Fragen

Wir, das sind ca. 30 Menschen verschiedenen Alters, Studierende und Arbeitende, die es sich zur Aufgabe gemacht haben im Sommer 2018 mit einem selbst gebauten Floß, der »MOMENT«, die Elbe herunter zu fahren. Wir haben ein wiederverwendbares und ressourcensparendes Floß gebaut und sind dabei, den Entstehungsprozess nachvollziehbar zu dokumentieren. Damit wollen wir enthaltsames, konsumkritisches und alternatives Reisen ausprobieren und gesellschaftliche sowie andere Grenzen überwinden.

Letztes Jahr wollten zwei von uns nach Hamburg zu einem "Konzert" reisen. Die Frage war, wie wir die Reise dahin am besten gestalten sollten. Fliegen kam aufgrund des unverhältnismäßig hohen Schadstoffausstoßes nicht in Frage, spontane Bahnfahrten sind oft unbezahlbar, ein eigenes Auto besaßen wir auch nicht, Laufen dauert zu lange. So wurde vorgeschlagen, die von der Natur gegebene Infrastruktur zu nutzen und einfach entlang der Elbe zu fahren. Auch wenn wir damals für diese spontane Fahrt nach Hamburg getrampt sind, war die Idee geboren: unser Floß!

Ziel ist, so weit wie möglich Richtung Hamburg zu kommen. Da wir nicht direkt bis in den Hafen fahren dürfen, ist der letze Stopp Geesthacht.

Geplant sind für unsere Reise etwa 4 Wochen, die Dauer hängt jedoch von einigen Faktoren ab: dem Wasserstand in der Elbe (aktuell hat die Elbe Niedrigwasser), der Strecke, die wir pro Tag fahren, dem Wetter und weiteren unvorhersehbaren Ereignissen. Dabei haben wir allerdings keinen Stress. Wir wollen nicht möglichst schnell ankommen, sondern unterwegs die Natur und die Floßfahrt miteinander genießen.

Wir sind am 20. August in Zschieren bei Dresden gestartet. Seitdem lassen wir uns ca. 20 km pro Tag treiben. Die Etappen könnt ihr hier auf dieser Seite nachverfolgen.

Jeden Abend legen wir an einem anderen Ort an. Wir wollen ein Gespräch entlang des Flußes in Gang bringen, Botschafter zwischen den Elbstädten und -dörfern sein.

Im Gegenteil! Schon der Bauprozess war viel ereignisreicher und aufregender, als wir es uns vorgestellt haben. Anfangs hatten wir noch Pläne, ein mehrstöckiges (Haus-)Boot zu bauen, als wir dann anfingen zu bauen haben wir viel über Holz, Werkzeuge und Statik gelernt. Vor allem aber mussten wir die Vorschriften des Wasserstraßenamtes einhalten.

Während und nach dem flößen auf der Elbe gibt es auch immer etwas zu tun: der*die Kapitän*in hat während der gesamten Fahrt einen 356° Blick auf die Elbe und muss bei Bedarf die anderen Crewmitglieder anweisen, Manöver zu fahren. Das können wir teilweise alleine machen, manchmal sind aber auch 4-5 Leute notwendig die koordiniert Ruder, Seile oder Handstaken bedienen müssen, damit das Manöver gelingt.

Wenn wir dann an Land gekommen sind ist das Essen meistens schon gekocht, es wird gemeinsam gegessen, gelesen, der Tag in der Runde ausgewertet.

Abenteuerlich - und absolut nicht langweilig!

Auszug aus der Laudatio zur Floßtaufe von Max MB Böttcher:

"[…] Deshalb der Name: »MOMENT«! […]"

→ Die ganze Rede vom 20.08.2018 lesen…

Wir haben 4 ca. 4 Meter lange Ruder aus jungen Baumstämmen mit denen wir vor allem die Lage des Floßes längs in der Fahrtrinne halten. Für den Notfall und Anlegemanöver haben wir einen generalüberholten 10PS Außenbordmotor.

Jede*r der Mitfahrenden hat soviel dazu gegeben, wie ihr*ihm möglich war. Darüber hinaus wurden wir von Freunden, Bekannten und anderen Befürwortern materiell, finanziell und moralisch unterstützt.

Gern könnt ihr unser Projekt auch weiterhin mit einer Spende an folgendes Konto unterstützen, die für Rücktransport, Instandsetzung, Lagerung benötigt werden:

Phil-Gordan Zameit
IBAN DE75 7602 6000 0617 3926 00
BIC NORSDE71XXX

Dann werden wir nass, wie es sich auf hoher See gehört. Wir haben Regenkleidung dabei und sind nicht aus Zucker.

Nein, aber ja. Wir haben vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Dresden eine Reihe Anforderungen gestellt bekommen, die unser Floß erfüllen musste, um abgenommen zu werden. Dazu gehören Regularien für Ausrüstung, Maße des Floßes, Größe der Besatzung, Manövrierbarkeit. Was zunächst wie zusäztlicher Aufwand wirkte, stellte sich aber nach und nach als wertvoller Hinweis heraus und wir sind dankbar für die nützlichen Gegenstände, die wir andernfalls nicht an Bord gehabt hätten. Die Fahrt ist nur in einem bestimmten Streckenabschnitt, in einem begrenzen Zeitraum genehmigt und wir müssen täglich über unsere Position berichten.

Außerdem muss mindestens eine Person mit einem Sportbootsführerschein Binnen an Bord sein, um das Kommando zu führen. Allerdings legen wir viel Wert auf eine möglichst flache Hierarchie und konsensuale Entscheidungsfindung in der ganzen Gruppe.

Wenn wir kurz vor Hamburg angekommen sind, bringen wir das Floß mit einem Transporter/Anhänger wieder zurück. Bei Dresden wird es überwintern und für die nächste Reise vorbereitet, sodass andere Gruppen aufs Neue die Elbe und andere Flüsse damit erkunden können.

Wir freuen uns über jede Art von Hilfe, nicht nur finanzieller Art.


Erste Zeichnungen

Viele Fäßer sorgen für den nötigen Auftrieb

Das Modell

Tag 1 – Dresden

Wir freuen uns weiterhin über eure Unterstützung

Ihr kennt Menschen auf unserer Reiseroute, die wir unbedingt kennenlernen müssen oder wollt das Projekt mit einer Spende unterstützen? Zögert nicht und meldet euch bei uns:

Kontodaten

Phil-Gordan Zameit
IBAN DE75 7602 6000 0617 3926 00
BIC NORSDE71XXX

Ahoi!
Das Floß-Team, mit dabei und mit bestem Dank: